Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-MV

Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-MV

Die Saale- und die Weichseleiszeit formten die Landschaft im Elbetal zwischen Boizenburg, Lübtheen und Dömitz. Die Saaleeiszeit hinterließ eine hüglige Endmoränenlandschaft wie den Rüterberg und den Vierwald bei Boizenburg. Die Gletscher der Weichselkaltzeit stießen zwar nicht bis in die Elbregion vor, dennoch formten die gewaltigen Schmelzwasserströme die Endmoränenlandschaft entscheidend um. Sie spülten ganze Hügel fort und lagerten riesige Mengen Sand und Schutt im Stromtal ab.
Stürme bliesen den Sand zu hohen Dünenzügen auf oder ließen flachere Flugsandfelder entstehen.
Seit dem frühen Mittelalter begannen die Menschen die Landschaft nach ihren Bedürfnissen umzuwandeln. Ein Großteil der Wälder wurde gerodet. Damit veränderte sich der Wasserhaushalt der Region. Das Niederschlagswasser floß scheller ab und nahm dabei mehr Boden mit. Der transpotierte Sand und Ton wurde im Elbetal abgelagert oder zu Dünen aufgeweht.

Seit dem 13. Jh. wurde mit dem Deichbau begonnen, um Siedlungen und Felder vor Überschwemmungen zu schützen. Es entstanden umfangreiche wasserbauliche Anlagen. Mitte des 19. Jh. wurde die Elbe endgültig in ihr heutiges, festes Bett gezwungen.

Trotz der Buhnen und Deiche konnte der Elbestrom deutlich mehr von seinem ursprünglichen Charakter bewahren als andere große Flüsse in Mitteleuropa.
So prägen die Hochwässer der Elbe und ihrer Nebenflüsse noch den Lebensraum einer breiten Talaue. Zwischen den Deichen erreicht der Strom eine Breite von bis zu zwei Kilometern. Flach überschwemmte Bereiche sind wichtige Kinderstuben für Fische und Amphibien. Nach dem Rückgang des Wassers bieten dann Schlickablagerungen reiche Nahrungsquellen für Watvögel.

Den Hochwässern und der Abgeschiedenheit der ehemaligen innerdeutschen Grenze ist es zu verdanken, daß viele Flächen im Elbetal nicht so intensiv genutzt wurden und sich so eine relativ ungestörte Entwicklung der Flora und Fauna vollziehen konnte.
Im Bereich der offenen Dünen und der angrenzenden Dünen-Kiefernwälder sind unter anderem der Wendehals, der Pirol, die Heidelerche und das Braunkehlchen anzutreffen.
Die Flußniederung bietet Rohrdommeln, Kranichen, Eisvögeln und Knäkenten einen Lebensraum. Im Geäst der Weidebüsche am Löcknitzufer baut die Beutelmeise ihr Kugelnest. Im Naturpark leben viele Weißstörche und der scheue Schwarzstroch. Seeadler oder Rotmilan kreisen wie schwerelos über Wiesen, Wälder und Wasserläufe. Sehr imposant sind auch die in die Winterquartiere südwärts ziehenden Kraniche, die in der Flußlandschaft Rast machen.
Das Mecklenburgische Elbetal bietet viele Möglichkeiten für ausgedehnte Wanderungen und Radtouren.

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